Christopher Williams | Normative Models

  • 19.03 2018

Christopher Williams, Model-Nr.: 1740, Rotznasen - Kinder Model Agentur Liesegangstr. 7A, 40211 Düsseldorf, Studio Rhein Verlag, Düsseldorf, January 28, 2016, 2016. Inkjet print, 50,8 x 50,8 cm paper, 85,7 x 84,5 cm framed, Courtesy the artist, Galerie Gisela Capitain, Cologne and David Zwirner, New York / London / Hong Kong. The copyright is with the artist.

 

5. Mai bis 29. Juli 2018 

Die Kestner Gesellschaft präsentiert die Einzelausstellung »Normative Models« von Christopher Williams (*1956 in Los Angeles). Der Künstler studierte in den späten 1970er Jahren am California Institute of the Arts unter anderem bei John Baldessari, Douglas Huebler und Michael Asher. Mit seinem bevorzugten Medium Fotografie und inspiriert von der industriellen Kultur des Spätkapitalismus untersucht Williams Bedeutungs- und Ordnungssysteme. Er arbeitet häufig mit Bühnenbildnern, Models und Technikern zusammen; die daraus resultierenden technisch präzisen Fotos erinnern an die Bildwelten der Werbung aus den 1960er Jahren und der Zeit des Kalten Kriegs. Gleichzeitig verweisen sie auf die Geschichte der Kunst, der Fotografie und des Kinos, von Pop Art und Kapitalistischem Realismus bis zur Neuen Sachlichkeit und zum Surrealismus.

Die sieben Fotos der Ausstellung »Normative Models« sind zentrale Beispiele einer bestimmten Arbeitsweise, die charakteristisch für Williams’ fotografische Praxis ist: Exemplarische Bildtypen aus allen Lebensbereichen werden oft sehr direkt repliziert, allerdings mit einem erhöhten Produktionsaufwand und mit einer Genauigkeit und Aufmerksamkeit für Details, die eine längere Betrachtung weit mehr belohnt als die Bilder, die üblicherweise in der heutigen visuellen Kultur zu finden sind. Williams’ Fotografien zeigen alltägliche Sujets wie Autos, Kinder, Kochgeschirr, Tiere, Pflanzen und Möbel, die wohl jeder in der westlichen Konsumgesellschaft kennt. Die Art ihrer Präsentation und Gegenüberstellung legt jedoch die unterschiedlichen Kontexte offen, in denen Bilder und Kunstwerke verbreitet werden. Dazu gehören Display-Strukturen, Ausstellungsdesign, grafische Kommunikation, Publikationen und Pressematerial als Elemente innerhalb größerer diskursiver, gesellschaftlicher und politischer Zusammenhänge und Geschichten.

Christopher Williams ist 1956 in Los Angeles geboren. Seit 2008 ist er Professor für Fotografie an der Kunstakademie Düsseldorf. Seine Überblicksausstellung »The Production Line of Happiness« wurde 2014-15 im Art Institute of Chicago, dem Museum of Modern Art in New York und der Whitechapel Gallery in London gezeigt. Weitere monografische Ausstellungen u.a.: ETH Exhibitions, Zürich (2017), La Triennale di Milano, Mailand (2017), Museum Morsbroich, Leverkusen (2011), Bergen Kunsthall (2010), Staatliche Kunsthalle Baden-Baden (2010) und Bonner Kunstverein (2009).

Die Ausstellung wird von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und dem Förderkreis der Kestner Gesellschaft unterstützt.

Kuratorinnen der Ausstellung: Christina Végh und Lea Altner

 

 

 

 

 

 

 

 


kestner