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Cecily Brown | The Tribulations of St. Anthony | 2010 | Aquatinta-Radierung auf Stardream Perlglanzpapier
Cecily Brown
The Tribulations of St. Anthony , 2010
Aquatinta-Radierung auf Stardream Perlglanzpapier

Aquarell
Malerei mit Wasserfarben, die sich durch ihre Transparenz auszeichnen und tiefer liegende Schichten sowie Malgrund durchschimmern lassen.

A.P.-, H.C.- und P.P.-Exemplare
(siehe Auflage)

Aquatintatechnik
Eine Platte, auf die bereits eine Zeichnung radiert ist, wird mit Kolophoniumpuder eingestäubt und so weit erhitzt, dass die Körnchen auf der Platte festsitzen, aber nicht schmelzen. So kommt es im Säurebad nur an den staubfreien Stellen zu Vertiefungen, was beim Druck den punktartigen Flächenton erzeugt.


Ätzgrund
Name für den säurefesten Überzug der Radierplatte, in den der Künstler seine Motive einritzt.

Auflage (Limitierung)
Original-Druckgrafiken werden heutzutage fast ausschließlich in limitierten und nummerierten Auflagen verlegt. Höhe und Aufteilung hängen von der Entscheidung des Künstlers und des Verlegers oder auch von der Abnutzung der Druckplatte ab. Außerhalb der Auflage erscheinen in der Regel zehn bis zwanzig Prozent A.P.-Exemplare (engl. Artist's Proof), die Proben für den Künstler, die in Deutschland auch als Erstabzug bezeichnet werden. Auch der Verleger erhält häufig einige Exemplare mit dem Vermerk H.C. (Hors de Commerce), was „außerhalb des Handels“ heißt, ebenso wie der Drucker, mit dem Vermerk P.P. (engl. Printer's Proof). Neben einigen weiteren Proben und Archivexemplaren dürfen keine weiteren Abzüge vorhanden sein. Die Platten werden nach dem Druck der Auflage unbrauchbar gemacht.

Collage
Bei der Collage werden verschiedene Materialien wie Papier und Textilien
auf die Bildfläche geklebt und teilweise übermalt.

Digitaldruck
Der Begriff bezeichnet eine Gruppe von Druckverfahren, bei denen das Druckbild direkt von einem Computer in eine Druckmaschine übertragen wird, ohne dass eine statische Druckform benutzt wird. Bei dem Drucksystem handelt es sich meist um ein elektrofotografisches Drucksystem wie einen Laserdrucker, der für hohe Auflagenzahlen konstruiert ist. Auch andere Verfahren finden Verwendung, beispielsweise Tintenstrahldruck.

Fotografie
Verfahren, mit dem optische Abbildungen auf ein lichtempfindliches Medium übertragen und direkt und dauerhaft gespeichert (analoges Verfahren) oder in elektronische Daten gewandelt und gespeichert (digitales Verfahren) werden. Die erste Fotografie wurde 1826 durch Joseph Nicéphore Niépce angefertigt. 1837 entwickelte Louis Jacques Mandé Daguerre eine Methode neuer Qualität, Daguerreotypie genannt, bei der mit Hilfe von Quecksilber-Dämpfen Lichtbilder auf einer versilberten Kupferplatte fixiert werden.
Die Fotografie galt lange nicht als künstlerisches Medium, wurde aber von vielen Künstlern als Mittel der Bildfindung und Gestaltung verwendet. Erst durch die Experimentierfreude von Fotografen wie Edward Weston oder Man Ray wurde die Fotografie zum eigenständigen künstlerischen Ausdrucksmedium.
Unter den gebräuchlichsten modernen Farbdruckverfahren findet man den C-Print (Colour-Print). Er umfasst alle Farbpapiere auf Silberhalogenid/ Farbkuppler-Basis und stammt vom Kodak Papier Typ C, das den Markt für viele Jahre beherrschte. Dagegen zählt der Pigmentdruck zu den Edeldruckverfahren. Er basiert darauf, dass Gelatine als Bindemittel verwendet und mit Pigmenten eingefärbt wird. Durch Belichtung härtet die Gelatine und wird anschließen auf einen Druckträger gepresst.

Gouache
Malerei mit deckenden Wasserfarben, die durch weiße Füllstoffe kreidig wirken und mit einem harzigen Bindemittel vermischt werden.

Holzschnitt
Auf die Oberfläche eines Holzstocks wird zunächst die Darstellung seitenverkehrt aufgezeichnet. Wie bei einem Stempel bleibt das Bildmotiv stehen, während die nicht druckenden Teile mit dem Schneidemesser entfernt werden. Anschließend trägt der Künstler die Farbe auf den Druckstock auf, legt das Papier darauf und presst es fest an. Das Motiv erscheint seitenrichtig auf dem Papier.

Kaltnadelradierung
Unter Verzicht auf den Ätzvorgang ritzt der Künstler mit einer Stahlnadel direkt in die Metallplatte. Dabei verdrängt die einritzende Nadel das Metall seitlich, sodass ein Grat entsteht, der beim Druck die typische unscharfe Kontur hervorruft.

Lichtdruck
Der Lichtdruck ist ein fotomechanisches Flachdruckverfahren zur Wiedergabe von echten Halbtönen und bestechender Farbe ohne Raster. Als Druckplatte dienen Glasplatten, die mit lichtempfindlicher Gelatine präpariert sind. Jeder Farbton wird in einem gesonderten Arbeitsgang aufgebracht. In diesem Herstellungsverfahren wiedergegebene Grafiken sind selbst von Fachleuten kaum vom Original zu unterscheiden. Es gibt weltweit nur noch eine Handvoll Künstler, die dieses Reproduktionsverfahren beherrschen.



Chris Ofili | Damascus Nude, 2006 | Linolschnitt auf Kupferdruck-Bütten, Ziegenlederbezogener Holzrahmen
Chris Ofili
Damascus Nude, 2006
Linolschnitt auf Kupferdruck-Bütten, Ziegenlederbezogener Holzrahmen

Linolschnitt
Der Linolschnitt ist eine graphische Technik, die im Hochdruckverfahren arbeitet und im Prinzip dem Holzschnitt gleicht. Wie im Holzschnitt wird daher auch hier in eine Linoleumplatte mit speziellem Werkzeug ein Negativmuster in das Linoleum geschnitten. Das Material lässt sich leicht und in jeder Richtung schneiden. Das fertige Negativmuster wird mit Farbe überwalzt und dann auf Papier gedruckt. Dabei wird die an den erhabenen Stellen haftende Farbe auf das Papier übertragen.

Lithografie
Für dieses Flachdruckverfahren braucht der Künstler eine dicke Solnhofner Kalksteinplatte, deren feine Poren Wasser und Fett aufnehmen können. Mit fetthaltiger Tusche und Kreide wird das Motiv seitenverkehrt aufgetragen. In Verbindung mit der Farbe werden die Bildstellen fettanziehend und wasserabstoßend, während die freien Flächen durch Säurebehandlung wasseraufnahmefähig und fettabstoßend werden. Während des Farbauftrags und des Druckens wird der Stein nass gehalten, sodass die Farbe nur an den Bildstellen haftet. Gedruckt wird mit einer speziellen Presse. Häufige Verwendung findet heute das Umdruckverfahren, bei dem der Künstler mit Fettkreide auf Umdruckpapier malt und davon die Darstellung wie ein Abziehbild auf die Druckplatte überträgt. Aufgrund seiner Unhandlichkeit wird der Druckstein oft durch eine Zinkdruckplatte ersetzt.

Offsetdruck
Das Verfahren ist eine Weiterentwicklung der Lithografie. Es basiert auf den unterschiedlichen Benetzungsverhalten verschiedener Stoffe. Physikalische Grundlage ist die unterschiedliche Oberflächenstruktur der Druckplatte. Es wird nicht direkt von der Druckplatte auf Papier gedruckt, sondern die Farbe wird erst über eine Walze, den Gummituchzylinder, übertragen. Grundsätzlich wird der Offsetdruck für Drucksachen mit einer hohen Auflage verwendet, so z. B. im heutigen Buchdruck.

Original-Druckgrafik
Nach den Richtlinien der „Internationalen Vereinigung der Bildenden Künste“ in Wien und des Bundesverbandes Deutscher Galerien und Kunsthändler gilt eine Grafik nur als Original, wenn der Künstler die Bildidee selbst entwickelt und für das grafische Verfahren konzipiert hat; die Herstellung durch den Künstler erfolgt ist (üblicherweise dürfen ihn die Werkstattkünstler technisch unterstützen); eine Auflagenhöhe festgelegt wurde und die Arbeit handsigniert ist. Außerdem gibt es im Druck signierte Arbeiten sowie unsignierte Blätter.

Papiersorten
Für druckgrafische Zwecke verwendet man sowohl handgearbeitetes als auch Maschinenpapiere. „Geschöpfte Papiere“ werden mit dem Schöpfrahmen aus der mit Papierbrei gefüllten „Bütte“ herausgehoben. Dieses Sieb ist mit mehr oder weniger feinen Draht- oder Haarnetzen bespannt, die die Struktur des Papiers bestimmen. Man unterscheidet das hellere, härtere Arches-Bütten vom gelblichen, geschmeidigeren Rives-Bütten. Laien können die handgeschöpften Papiersorten am Wasserzeichen erkennen, eine am Sieb befestigte plastische Form, die sich in den Papierbrei eindrückt. Auch China- und Japanpapiere sind handgeschöpfte Papiere.

Passepartout
Aus Pappe oder Karton geschnitten oder gestanzt umrahmen Passepartouts grafische Blätter und Zeichnungen. Sie schützen sie bei Rahmung vor der Berührung mit dem Glas und verbessern den optischen Gesamteindruck. Pastell Bei dieser Malerei benutzt der Künstler Pastellfarben oder -stifte, die aus einer Farbpulverpaste mit geringen Beimengungen wasserlöslicher Bindemittel hergestellt werden. Wegen ihrer geringen Haftfähigkeit lassen sie sich zu feinsten Übergängen verwischen. Deshalb wird das vollendete Bild mit einem Fixativ eingesprüht, um eine gewisse Wischfestigkeit zu erhalten.

Radierung
Bei diesem Tiefdruckverfahren wird eine polierte Metallplatte zunächst mit säurefestem Grund beschichtet, in den der Künstler die Darstellung mit einer Radiernadel seitenverkehrt einritzt. Anschließend wird die Platte in eine Säure gelegt, die die freigelegten Stellen vertieft. Nach der Reinigung der Platte trägt man Druckfarbe so auf, dass sie in den Vertiefungen haften bleibt. Beim Druck mit einer speziellen Presse drückt die Platte das angefeuchtete Papier fest in die Vertiefungen. Das Motiv erscheint seitenrichtig auf dem Blatt.

Karla Black | Ohne Titel, 2013 | Variante 4 | Balsaholz, Lidschatten
Karla Black
Ohne Titel, 2013
Variante 4 | Balsaholz, Lidschatten

Siebdruck (Serigrafie)
Der Künstler bedient sich dabei eines feinmaschigen Siebes aus Textil oder Kunststoffgewebe, das über einen Druckrahmen gespannt wird. Dort wo Stellen frei von Farbe bleiben sollen, wird das Sieb z.B. mit aus Papier geschnittenen Schablonen abgedeckt. Mit Hilfe einer Rakel wird die Druckfarbe durch die offenen Stellen der Druckform (Siebschablone) manuell oder durch eine Maschine auf das Papier aufgetragen.

Unikat
Kunstwerk, das – bedingt durch die Art der Herstellung (Ölgemälde, Aquarell, Zeichnung, usw.) – einmalig ist.