Ausstellung

Nicolas Party | Stage Fright

12. Sept. 2021 - 9. Jan. 2022

Nicolas Party, Gemälde, Cave, 2020
Nicolas Party, Cave, 2020, Courtesy the Artist und Kaufmann Repetto, Milan / New York, Photo: Adam Reich

Der Künstler Nicolas Party hat ein Werk geschaffen, das die Malerei und ihre Geschichte und Rezeption bis ins kleinste Detail untersucht: Wie wird Licht erzeugt? Wie funktionieren Farben miteinander, wie Pinselstriche? In der Ausstellung „Stage Fright“ dehnt er seine Malerei mit einer monumentalen, ortsspezifischen Installation auf den gesamten Ausstellungsraum aus: Party bemalt die Wände und die Decke der großen Kuppelhalle und erschafft eine spektakuläre grüne Grotte. Partys immersive Wandmalerei referiert auf unzählige kunsthistorische Vorbilder, die unterirdische Höhlen darstellen. Gleichzeitig wird sie zu einem atemberaubenden und atmosphärischen Raumerlebnis für die Besucher*innen. Darüber hinaus präsentiert die Kestner Gesellschaft erstmals eine neue Porträt-Serie mit neun Werken. Die Porträts stellen aktuelle Fragen mit den Mitteln der Malerei. Partys märchenhaft surreale Bilderwelten stehen so in einem Spannungsverhältnis zwischen Abbild und Repräsentation, Darstellung und Abstraktion, Beobachtung und Imagination.

Kunsthistorische Vorbilder

Nicolas Partys Bilder machen ihre kunsthistorischen Einflüsse implizit sichtbar – von mittelalterlicher Kunst über die italienische Pastell-Malerin Rosalba Carriera (1673–1757) bis hin zu den Malern des 19. und 20. Jahrhunderts wie Ferdinand Hodler (1853–1918) und René Magritte (1898–1967): „Wenn man sich dafür entscheidet, einen Apfel zu malen, tritt man in einen Dialog mit allen, die je einen Apfel gemalt haben, und das sind viele,“ äußert sich Party.

Die Grotte

Diese kunsthistorischen Referenzen findet man auch im Höhlen-Motiv: Von Giottos (1267–1337) Fresken in Assisi, über Gustave Courbets (1819–1877) „Die Quelle der Loue“ (1864) bis zur „Grotte von Manacor“ (um 1901) des belgischen Malers William Degouve de Nuncques (1867–1935) beschwören Darstellungen unterirdischer Höhlen eine Fülle von historischen und philosophischen Konnotationen herauf. Dieses Motiv übersetzt Nicolas Party in ein gesamtes Raumkonzept, das eigens für die Kestner Gesellschaft entwickelt wurde.

Neue Porträts

Auch die Porträts von Nicolas Party zeigen deutliche Referenzen an die Geschichte der Kunst, beispielsweise erinnert Partys neuestes Werk „Portrait with Curtains“ (2021) an surrealistische Gemälde von René Magritte, in denen häufig Vorhänge auftauchen. Party verzichtet dabei vollkommen auf Persönlichkeitsmerkmale, was die Figuren seltsam entfremdet und maskenhaft wirken lässt. Auch die aktuelle Fragestellung nach der Zuordnung des Geschlechts lässt Party offen. Nicolas Party gehört zu einer neuen Generation von Maler*innen, die sich mit dem traditionellen Medium der Malerei aktuellen Fragen von Repräsentation annähern. Der Künstler stellt in seinen Porträts demnach kein spezifisches Individuum in den Fokus, sondern vielmehr die Repräsentation von Personen an sich.
In seinen jüngsten Porträts ist das charakteristische Gesicht von Marlene Dietrich zu erkennen. Auch hier reduziert Party die Person auf grundlegende Elemente, um die Grenzen dessen auszutesten, was noch als „Marlene“ erkennbar ist. Die Schauspielerin entsprach in den 1930er Jahren dem Typus einer „Garçonne“ – dem androgynen Frauentyp dieser Zeit – und galt als eine ihrer bekanntesten Vertreterinnen.

Nicolas Party ist 1980 in Lausanne, Schweiz, geboren, er studierte an der Lausanne School of Art und machte seinen Master of Fine Arts an der Glasgow School of Art in Schottland. Party ist in zahlreichen renommierten Sammlungen vertreten, sein Werk wurde auf internationalen Einzelausstellungen gezeigt, unter anderem in der FLAG Art Foundation, New York (2019), im M WOODS, Peking, China (2018); im Magritte Museum, Brüssel, Belgien (2018), im Hirshhorn Museum and Sculpture Garden, Washington DC, USA (2017); im Hammer Museum, Los Angeles, USA (2016) und in der Kunsthall Stavanger, Norwegen (2014). Nicolas Party lebt und arbeitet in New York.

Erfahren Sie mehr über Nicolas Party im Handout zur Ausstellung.


Ausstellungsansichten

Installationsansicht Nicolas Party, Stage Fright, Foto: Raimund Zakowski

Videos

Artist Talk: Nicolas Party


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