Ausstellung

Jean-Luc Mylayne | Herbst im Paradies

6. März - 23. Aug. 2020

Jean-Luc Mylayne, N° 105, Septembre à Décembre, 1991
Jean-Luc Mylayne, N° 524, Février Mars Avril, 2007, Collection Mylène et Jean-Luc Mylayne © JeanLuc Mylayne, Courtesy Gladstone Gallery, New York, Brüssel; Sprüth Magers, Berlin, London, Los Angeles

„Herbst im Paradies“ ist die erste institutionelle Einzelausstellung des Künstlers Jean-Luc Mylayne(* 1946, Frankreich) in Deutschland. Mit einer großen Tournée in Frankreich, der Schweiz, China, Deutschland und den Niederlanden wird das Gesamtwerk von Jean-Luc Mylayne erstmals einem internationalen Publikum vorgestellt. Mylayne konzentriert sich seit über 40 Jahren auf die Begegnung mit Vögeln, die er mit analogen Kamerasystemen, einer Hasselblad-Mittelformatkamera und einer Sinar-Fachkamera, und mit verschiedenartig geschnittenen und geschliffenen Linsen aufnimmt. Für jede Aufnahme investiert er meist mehrere Monate auf die Suche nach der richtigen Komposition. So thematisiert er darüber hinaus zeitliche Aspekte der Entstehung und Wahrnehmung von fotografischen Bildern. Die Ausstellung präsentiert rund 40 großformatige Fotografien, die im Zeitraum von 1979 bis 2008 entstanden.

Gemeinsam mit Mylène Mylayne, seiner Ehefrau und künstlerischer Partnerin, reiste der Fotograf den Vögeln vom ländlichen Südfrankreich bis in die Steppen der südwestlichen USA hinterher. Jean-Luc Mylaynes Fotografien bewegen sich an den Übergängen zwischen unberührter Natur und ruraler Landschaft mit einem Interesse an Licht und Ort, oftmals mit der Betonung des azurblauen Himmels. Neben der dominierenden Natur erscheinen Häuser, Straßen, Zäune und Mauern in der Ferne oder am Bildrand als Spuren menschlicher Zivilisation.

Mylaynes Fotografien nähern sich den Tieren sehr unterschiedlich: Mal offensichtlich als Portrait, in anderen Bildern muss das Auge der Betrachtenden sich suchend vorantasten, um den gefiederten Protagonisten zu finden. Dabei wird nicht der geografische Kontext der Szenerien oder die spezifischen Merkmale der Vögel fokussiert, sondern die zeitliche Auseinandersetzung mit einem Partner auf Augenhöhe. Mylayne konzentriert sich immer auf einen Vogel als Individuum, nicht auf dessen Zugehörigkeit zu einer bestimmten Art. Seine Bildkompositionen kreiert er aus der präzisen Wahl und Zusammenstellung von Lichtsituation, Wetter, Jahreszeit sowie der Bestimmung der Bildausschnitte und der Platzierung des Vogels. Jedes „Tableau“ ist dabei präzise durchdacht.

Jean-Luc Mylayne ist 1946 in Frankreich geboren. Seine Werke waren in zahlreichen Einzelausstellungen vertreten, unter anderem im Art Institute of Chicago, The Arts Club of Chicago, Lurie Garden, Millenium Park, Chicago (2015); dem Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia, Madrid (2010); dem Parrish Art Museum, Southampton, New York(2007-2009); in der Lannan Foundation, Santa Fe, New Mexico (2004, 2005, 2010); dem Musée d'Art moderne de la Ville de Paris / ARC, Paris (1995). Zudem waren Mylaynes Werke unter anderem in Gruppenausstellungen im S.M.A.K., Gent (2017); der 54. Biennale von Venedig (2011);der 10. Biennale von Sydney (1996); und dem Kunsthaus Zürich (1995), zu sehen. Das Werk wird seit 1997 regelmäßig in der Barbara Gladstone Gallery New York, Brüssel und seit 2002 in Sprüth Magers Berlin, London, L.A. ausgestellt.

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit der Fundation Vincent van Gogh, Arles, dem Aargauer Kunsthaus, Aarau, dem Long Museum, Shanghai und dem Huis Marseille, Museum for Photography, Amsterdam.

Kuratorinnen: Julika Bosch und Christina Végh

Erfahren Sie mehr über die Ausstellung: Schauen Sie unseren Ausstellungstrailer oder lesen Sie den Saalzettel.


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