Ausstellung

Camille Henrot

20. Feb. - 23. Mai 2021

Camille Henrot, Ausstellungsansicht »Monday«, 2016
Camille Henrot, Monday, Installation view, Fondazione Memmo, Rom 2016; Courtesy die Künstlerin und kamel mennour, Paris/London; König Galerie, Berlin; Metro Pictures, New York

Wie finden wir einen Weg, um Ordnung in das Chaos unseres Lebens zu bringen? Wie können wir dem Wiederholungszwang unseres Alltags einen Sinn geben? Und wie positionieren wir uns angesichts von gesellschaftlichen und privaten Erwartungshaltungen? In ihrem vielfältigen Werk, darunter Skulpturen, Zeichnungen, Fresken und Gemälde, untersucht die französische Künstlerin Camille Henrot (*1978 in Paris) ihre – und damit auch unsere – Beziehungen zu Liebe, Schuld, Transformation und Produktivität im Spannungsfeld von Chaos und Ordnungskategorien.

Ist heute morgen?

Die umfassende Einzelausstellung in der Kestner Gesellschaft präsentiert Camille Henrots großformatige Kalkputz-Fresken erstmals in Deutschland. Darüber hinaus werden neue Werkserien mit früheren Arbeiten in Beziehung gebracht.

„Is today tomorrow?“ zum Beispiel ist eine neue Serie, die Henrot malte, während sie sich 2020 coronabedingt in eigeschränkten sozialen Kontakten (social distancing) übte. So entstanden täglich Werke mit Tagebuch-Charakter, welche die spezifischen Momente widerspiegeln, in denen sie entstanden sind. Gleichzeitig bringen sie auch den wiederkehrenden Rhythmus des Lebens zum Ausdruck.

Von intimen Auseinandersetzungen zu globalen Fragestellungen

Die fortlaufende Serie von Zeichnung, Gemälden und Bronzeskulpturen „Systems of Attachment“ befasst sich mit dem Spannungsverhältnis von menschlichen Bedürfnis nach Bindung und dem entwicklungsbedingten Bedürfnis nach Trennung, das im Säuglingsalter anfängt und sich das ganze Leben lang fortsetzt. Die Spannbreite der Themen in der Ausstellung reicht von individuellen, intimen Auseinandersetzungen zu globalen Fragestellungen, wie zum Beispiel unseren Umgang mit den Ressourcen der Erde und die Auswirkungen für nachfolgende Generationen.

Tradierte Darstellungen und ihre Aktualisierung

Camille Henrots Installationen werden häufig von einer umfangreichen Recherche begleitet, auf deren Grundlage die Künstlerin tradierte Darstellungen, Alltagsfunde und persönliche Erfahrungen verknüpft. Sie inszeniert diese materiellen und geistigen Fundstücke im Ausstellungsraum und verweist auf die wechselhaft hoffnungsvolle, auflehnende, melancholische oder resignierte Positionen, die wir angesichts des Chaos, das unsere Existenz umgibt, einnehmen können.

Henrots Werk wurde international mit umfassenden Einzelausstellungen unter anderen im Palais de Tokyo, Paris (2017), der Kunsthalle Wien (2017) und dem New Museum, New York (2014), gewürdigt. 2021 ist die Künstlerin zudem mit einer Einzelausstellung in der National Gallery of Victoria in Melbourne, Australien, und auf der Liverpool Biennial, England, vertreten.

Kuratorin: Julika Bosch


Besuchen Sie uns

Goseriede 11, 30159 Hannover
COVID-19 Prävention: Die Gesundheit unserer Besucher*innen ist uns wichtig. In unserem Hygienekonzept finden Sie alle Informationen für den individuellen Besuch der Ausstellung, Führungen, Veranstaltungen und Kinderworkshops.

Förderer / Partner

Wir bedanken uns für die Förderung dieser Ausstellung.

Newsletter

Abonnieren Sie unseren Newsletter! Wir informieren Sie regelmäßig über unsere Ausstellungen, Veranstaltungen und digitalen Angebote.