Fassade

John Wood and Paul Harrison
something on the front of a building

8. Juli - 1. Okt. 2023

John Wood and Paul Harrison, Some Thing on the Front of a Building, 2023, digitales Rendering
John Wood and Paul Harrison, words on the front of a building, 2023, Neonbuchstaben, Installationsansicht, courtesy die Künstler, Galeria Vera Cortês, Lissabon, Foto: Roland Schmidt

„Wir lieben das Unspektakuläre, das Alltägliche, die Flachheit der Dinge. Wir lieben das Ding, das sich selbst auflöst, noch bevor das Ding fertig ist.“
John Wood und Paul Harrison, 2023

Das britische Künstlerduo John Wood und Paul Harrison hat ein oder zwei Dinge quer und längs im Außenraum vor der Kestner Gesellschaft platziert und eine humorvolle Tabula rasa des Alltäglichen entwickelt.

An der Fassade wurde für die Ausstellung John Wood and Paul Harrison. something on the front of a building die neue Neon-Installation words on the front of a building (2023) installiert. Vor dem Gebäude im Park des alten St.-Nikolai-Friedhofs hat das Duo die grünen Parkschilder 10 Signs for a Park (2022) aufgestellt. Die öffentlichen Skulpturen befinden sich im direkten Dialog miteinander und zeigen die anhaltende Auseinandersetzung der beiden Künstler mit dem überwältigenden Universum der Dinge, der Zeit und Langeweile, der nüchternen Sprache des Alltags, wie der Tragik des metaphysischen Seins, und befragen zugleich die Identität des Ortes.

Wie viele Worte braucht es auf der Fassade eines Gebäudes, um etwas über seine Bedeutung und Funktion im Alltag zu erfahren? Was wäre, würde der Text nur nutzlos auf den eigenen Wortgehalt und somit sich selbst verweisen? Words on the front of a building (Worte auf der Fassade eines Gebäudes) setzt sich mit diesen Fragen auseinander und lässt im Blick auf die Architektur als Objekt im öffentlichen Raum vieles unklar. Wood und Harrison eröffnen einen humorvollen Denkraum, der die Suche nach einer Relation von Architektur, Wort- und Dingbeziehung im Alltag notwendig macht und ihre sprachliche Absurdität vor Augen führt.

Die öffentlichen Skulpturen 10 Signs for a Park wirken auf den ersten Blick wie alltägliche Schilder in einem Park, die den Weg weisen oder Informationen über den Park vermitteln. Sie zeigen nirgendwo hin, weisen und verlangen nichts von ihren Betrachtenden. Als Schilder verweisen sie auf sich selbst, sagen Dinge, die allgemein bekannt sind und fordern nur dazu auf, ein wenig über Worte wie „DAYLIGHT“ (Tageslicht) oder „TREE →“ (Baum) zu sinnieren. In der grünen Kulisse fügen sich die Parkschilder wie Camouflage in die Umgebung ein und machen zugleich auf existentielle und humoristische Weise mit Sätzen wie „THESE WORDS MAKE A SOUND IN YOUR HEAD“ (Sie hören diese Worte in Ihrem Kopf) und „PLEASE DO NOT READ“ (Bitte nicht lesen) auf die Komik und Nüchternheit von Text- und Dingverbindungen im Alltag aufmerksam.

Mit Witz und ironischen Botschaften schleichen sich die Neon-Installation und die zehn Skulpturen in das öffentliche Unterbewusstsein ein und spielen mit dem Verhalten der Öffentlichkeit, die stets von Hinweistexten reguliert und gesteuert wird, und ermöglicht eine Erleichterung im Modus des Nichtstuns und Nichtmüssens angesichts hunderter Schilder und Fassadenschriften im urbanen Alltag.

John Wood (1969 Kowloon, Hong Kong) und Paul Harrison (1966 Wolverhampton, Großbritannien) leben und arbeiten in Bristol, Großbritannien. Beide Künstler haben am Bath College of Higher Education studiert und arbeiten seit 1993 zusammen.

Kurator: Alexander Wilmschen

Erfahren Sie mehr über John Wood and Paul Harrison im Handout zur Ausstellung.


Ausstellungsansichten

John Wood and Paul Harrison, 10 signs for a park, 2022, Installationsansicht, Kestner Gesellschaft, courtesy die Künstler, Galeria Vera Cortês, Lissabon, Foto: Volker Crone

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Goseriede 11, 30159 Hannover

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