Fassade

Alfredo Jaar
BE AFRAID OF THE ENORMITY OF THE POSSIBLE

23. März - 30. Juni 2024

Alfredo Jaar: be afraid of the enormity of the possible

Die Kestner Gesellschaft freut sich sehr, ein neues Fassadenprojekt ankündigen zu dürfen:

Alfredo Jaar, BE AFRAID OF THE ENORMITY OF THE POSSIBLE

Der Titel dieser Arbeit basiert auf einem Zitat des rumänischen Philosophen Emile Cioran (1911-1995).

Emile Cioran ist einer der Lieblingsautoren von Alfredo Jaar und wird von dem Künstler häufig zitiert. Viele Jahre lang begrüßte ein anderes Cioran-Zitat die Besucher:innen auf der ersten Seite von Jaars Website.



Nach Ansicht des Künstlers ist Cioran der Dichter des Pessimismus und der Schriftsteller, der die Dualität des heutigen Zustands und seine anstrengende Harmonie zwischen Verzweiflung und Freude am besten zum Ausdruck bringt.



Der Künstler hat dieses Zitat wegen seiner tiefen Zweideutigkeit ausgewählt. Wie es seine Art und Weise ist, bringt Cioran hier eine Idee und ihr mögliches Gegenteil zum Ausdruck. Er tut dies mit außergewöhnlicher Kraft und Klarheit. Das "Mögliche" in diesem Zitat wird unbekannt bleiben. Es bleibt dem Publikum überlassen, diese Aussage im positiven oder negativen Sinne zu lesen. Jaars Werk spiegelt die paradoxe Qualität von Ciorans Schrift in ihrer ganzen Pracht wider. Durch die gleichzeitige Darstellung einer potenziell positiven und negativen Botschaft schafft der Künstler ein Denkmal für die Ungewissheit, für die dunklen Zeiten, in denen wir leben.

Alfredo Jaar (geb. 1956, Santiago de Chile, Chile) ist ein Künstler, Architekt und Filmemacher, der in New York lebt und arbeitet. Seine Arbeiten wurden bereits in zahlreichen Ausstellungen auf der ganzen Welt gezeigt. Er hat an den Biennalen von Venedig (1986, 2007, 2009, 2013), Sao Paulo (1987, 1989, 2010, 2021) sowie an der Documenta in Kassel (1987, 2002) teilgenommen.

Zu den wichtigsten Einzelausstellungen gehören The New Museum of Contemporary Art, New York (1992), Whitechapel, London (1992), Moderna Museet, Stockholm (1994), The Museum of Contemporary Art, Chicago (1995) und The Museum of Contemporary Art, Rom (2005). In jüngster Zeit wurden seine Werke im Musée des Beaux Arts, Lausanne (2007); Hangar Bicocca, Mailand (2008); Alte Nationalgalerie, Berlinische Galerie und Neue Gesellschaft für bildende Kunst e.V., Berlin (2012); Rencontres d'Arles (2013); KIASMA, Helsinki (2014); Yorkshire Sculpture Park, UK (2017); Zeitz MOCAA, Kapstadt, Südafrika (2020); SESC Pompeia, Sao Paulo (2021) und Museum of Contemporary Art, Hiroshima (2023).

Der Künstler hat mehr als siebzig öffentliche Interventionen in der ganzen Welt realisiert. Über sechzig monografische Publikationen wurden über sein Werk veröffentlicht. Er wurde 1985 Guggenheim-Stipendiat und 2000 MacArthur-Stipendiat. Im Jahr 2018 erhielt er den Hiroshima Art Prize und 2020 den Hasselblad Award.

Seine Werke befinden sich in den Sammlungen von The Museum of Modern Art und Guggenheim Museum, New York; Art Institute of Chicago und Museum of Contemporary Art, Chicago; MOCA und LACMA, Los Angeles; MASP, Museu de Arte de São Paulo; TATE, London; Centre Georges Pompidou, Paris; Nationalgalerie, Berlin; Stedelijk Museum, Amsterdam; Centro Reina Sofia, Madrid; Moderna Museet, Stockholm; MAXXI und MACRO, Rom; Louisiana Museum of Modern Art, Humlaebeck; Hiroshima City Museum of Contemporary Art und Tokushima Modern Art Museum, Japan; M+, Hongkong; sowie Dutzende von Institutionen und Privatsammlungen weltweit.

Für Alfredo Jaar gibt es "eine riesige Lücke zwischen der Realität und ihren möglichen Darstellungen. Und diese Lücke lässt sich nicht schließen. Deshalb müssen wir als Künstler verschiedene Strategien der Darstellung ausprobieren. [...] [Ein] Prozess der Identifikation ist grundlegend, um Empathie, Solidarität und intellektuelle Beteiligung zu schaffen." Im Laufe seiner Karriere hat sich Jaar mit bedeutenden politischen und sozialen Themen auseinandergesetzt, darunter Genozid, die grenzüberschreitende Vertreibung von Flüchtlingen und das Machtgleichgewicht zwischen Entwicklungs- und Industrieländern. Durch die Verwendung einer hybriden Form des Kunstschaffens hat Jaar immer wieder provoziert, in Frage gestellt und nach Wegen gesucht, unser Bewusstsein für Themen zu schärfen, die in der internationalen Sphäre oft vergessen oder unterdrückt werden, ohne dabei auf die formale und ästhetische Kraft der Kunst zu verzichten.

Wir bedanken uns herzlich bei der GALERIE THOMAS SCHULTE.


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Goseriede 11, 30159 Hannover

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