Veranstaltung Do 12. Jan. 2023, 18.30 Uhr

Künstlerinnengespräch mit Marinella Senatore

via Video

Foto: © Christina Almeida, Courtesy: the Artist; Mazzoleni, London - Torino

Für Marinella Senatore ist Kunst eine horizontale Plattform, auf der unterschiedliche, aber gleichwertige Elemente eine energievolle Bewegung und damit eine kollektive Erzählung bilden. Ausgehend von einer Ästhetik des Widerstands und der transformativen Kraft des sozialen Engagements umfasst Senatores relationale und integrative Praxis Filme, Collagen, Fotografien, Installationen und Performances. Geprägt durch ihren partizipatorischen Charakter, untersuchen ihre Werke das Potenzial von Kunst als Kollaboration, um einen tiefgreifenden sozialen Wandel zu bewirken.

Der ständige Dialog zwischen Geschichte, Popkultur und sozialen Strukturen steht im Mittelpunkt der gemeinschaftsbasierten Projekte der Künstlerin. Senatore, die sich selbst als "Aktivatorin von Prozessen" versteht, definiert die Rolle des Publikums nicht als ein Publikum voller Zuschauer*innen, sondern als eine Gruppe aktiver Personen mit individuellen Geschichten, Interessen und Fähigkeiten neu. Um ihre spektakulären kollektiven Paraden und audiovisuellen Arbeiten zu realisieren, bezieht die Künstlerin die Öffentlichkeit - und manchmal ganze Gemeinschaften - als Protagonisten in den kreativen Prozess mit ein. Die Inspiration für ihre Werke findet Marinella Senatore in den Luminarie in Süditalien, den kunstvollen Lichtarchitekturen, die traditionell Städte schmücken und Kathedralen, Piazzas und andere architektonische Elemente für öffentliche Feiern und religiöse Feste im Freien nachbilden, indem sie ihre eigenen ortsspezifischen Lichtskulpturen an den Fassaden und Vorplätzen bedeutender Gebäude und Orte anbringt. Ihre Quellen für Zitate und Texte reichen von feministischen Kontexten und volkstümlichen Traditionen bis hin zu Kunst und Literatur, wie zum Beispiel Dance First, Think Later, 2022, ein Zitat von Samuel Beckett, oder Die Sonne scheint, so lang die Sehnsucht weint, 2020, von Franz Josef Noflaner, Südtiroler Künstler und Dichter.

Eine ihrer Lichtskulpturen wird an der Fassade der Kestner Gesellschaft gezeigt: Remember the First Time You Saw Your Name, 2020. Hier beschäftigt sich Senatore explizit mit Fragen zur eigenen Identität und dem Gefühl der individuellen und kollektiven Zugehörigkeit und stellt einmal mehr ein dringendes Bedürfnis nach Ermächtigung, Emanzipation und Zuwendung in den Vordergrund. Ihre Lichtinstallation ist ein Beitrag zum laufenden Selbstreflexionsprozess der Kestner-Gesellschaft im Hinblick auf die Neudefinition ihrer Rolle und die Aufwertung ihrer Position als Gastgeber und Vermittler der sozialen und kulturellen Szene der Stadt.

Marinella Senatore (geb. 1977, Cava de' Tirreni, Italien) studierte an der Akademie der Schönen Künste Neapel (1994 - 1997), am Konservatorium für Musik (1997) und an der Nationalen Filmschule in Rom (1999 - 2001). Derzeit lebt sie zwischen London und Rom.


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