Bis 20. Dezember geschlossen

Um der Verbreitung des Coronavirus entgegenzuwirken, schließen wir bis 20. Dezember 2020 unsere Türen. Damit folgen wir den Beschlüssen der Bund-Länder Konferenz. Die in diesem Zeitraum geplanten Veranstaltungen fallen aus bzw. finden digital statt. Wir sehen uns online auf Facebook, Instagram und Vimeo! Bleiben Sie gesund und zuversichtlich.

Ausstellung

Kunst ⇆ Handwerk. Zwischen Tradition, Diskurs und Technologien

2. Okt. 2020 - 10. Jan. 2021

KUNST HANDWERK Motv
Grafik: modern temperament

Künstler*innen der Ausstellung: Azra Akšamija, Olivier Guesselé-Garai, Plamen Dejanoff, Olaf Holzapfel, Antje Majewski, Jorge Pardo, Slavs and Tatars, Haegue Yang, Johannes Schweiger

In einer zunehmend unübersichtlichen globalisierten Welt, scheint das Bedürfnis nach Kategorisierungen und rigiden Identitätskonzepten ständig zu wachsen. Uneindeutigkeiten und Zwischenräume haben einen immer schwereren Stand. An diesem Punkt setzen die Künstler*innen der Ausstellung an: Ausgehend von ihrer Beschäftigung mit Materialien und handwerklichen Techniken, schaffen sie Arbeiten, die Brücken bauen – zwischen tradiertem lokalen Wissen und anderen Kulturen und Zeiten, zwischen Handwerk und zeitgenössischer Kunst.

Lokale Traditionen und globale, zeitgenössische Kunst

In den letzten Jahren ist das Interesse zeitgenössischer Künstler*innen am Material, an (kunst)handwerklichen Verfahren, am Experimentieren mit Materialien und Techniken auffällig gewachsen. Die internationalen Künstler*innen der Ausstellung arbeiten mit Materialen wie Holz, Glas, Textil oder Stroh und setzten Fertigkeiten von Knüpfen bis Schnitzen ein. Die Werke der Ausstellung – darunter Skulpturen, Textilien und großräumige Installationen – beziehen sich auf kunsthand­werkliche, volkstümliche, künstlerische Traditionen ebenso wie auf zeitgenössische und technologische Diskurse. Die Künstler*innen widmen sich den Kategorisierungen, Hierarchien und Vorurteilen, die den unterschiedlichen Materialien und Verarbeitungsformen zugeschrieben werden.

DIY oder wertbeständige Produkte

Die Ausstellung reagiert auch auf das gestiegene gesellschaftliche Interesse am Handwerk, das sich in sehr unterschiedliche Richtungen entwickelt hat. Zum einen findet sich ein neokonservatives Qualitätsbewusstsein und damit einhergehend der Konsum von gehobenen handwerklichen Gütern, zum anderen haben DIY-Bewegungen an Fahrt aufgenommen. Und nicht zuletzt kann man politische Einverleibungen von Handwerk in einer Reihe mit Begriffen wie Heimat, Volk, Volkskunst und Tradition beobachten. Die Künstler*innen fordern diese Zuschreibung heraus und zeigen in ihren Arbeiten, wie sehr sich lokale Identifikationen und globale Entwicklungen längst ineinandergeschoben haben. Die Bedeutung und Wertschätzung des Handwerks als ein wesentlicher Bestandteil kultureller Identität und vor allem das Gemeinschaft stiftende Potenzial von kunsthandwerklichen Traditionen wird mit den sozialen und ökonomischen Verhältnissen in einer globalisierten Welt zusammengedacht. Auffassungen von kohärenten, in sich geschlossenen Kulturen und Identitäten werden zugunsten von Uneindeutigkeit und Hybridität unterwandert.

Kunst und Handwerk in der Kestner Gesellschaft

Viele Themen der Ausstellung, insbesondere die Hierarchisierung von Kunst und Kunsthandwerk, von europäischer Moderne und außereuropäischen Kulturen, sowie geschlechterspezifische Zuschreibungen von Techniken und Materialien und die Rolle von Design, beschäftigen die Kestner Gesellschaft bereits seit ihrer Gründung 1916. Der zeitgenössischen Kunst wird einen Blick ins Archiv der Kestner Gesellschaft zur Seite gestellt, um die historische Entwicklung dieser Fragestellungen aus institutioneller Perspektive zu beleuchten.

Die Ausstellung wird in Kooperation mit dem Kunsthaus Graz und der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig (GfZK) realisiert. Zur Ausstellung ist ein Katalog im VfmK Verlag für moderne Kunst GmbH erschienen, der Katalog kostet 20 Euro.

Kuratorinnen: Barbara Steiner und Lea Altner
Grafische Gestaltung: modern temperament, Berlin

Erfahren Sie mehr über die Ausstellung: Schauen Sie unseren Ausstellungstrailer, nutzen Sie unsere Audioguides oder lesen Sie mehr in unserem Posterheft und stöbern Sie in unserer Reading List.

Die digitalen Veranstaltungen finden Sie auf unserem Vimeo-Kanal.


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Goseriede 11, 30159 Hannover
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